Freitag, 5. August 2016

Der Geruch von Sommerregen

So, da ich heute den Schreibkurs, der mich teilweise zu meinem Buch inspiriert hat live erleben durfte, poste ich nun zum ersten Mal einen Text, den ich fast genau so in mein Buch bringen werde. Allerdings weiß ich noch nicht, ob es vor dem Prolog als Einführung oder ganz am Ende stehen wird.

Zur Erklärung: Es war ein Schreibrausch zum Thema "Sommer meines Lebens", also wie Summer of 69. Bei einem Schreibrausch haben alle den gleichen Anfang und es wird etwa alle 5 Minuten ein Wort gezogen, dass man irgendwie in die Geschichte einbauen muss. Die Wörter von diesem Mal habe ich fett markiert.



Der Geruch von Sommerregen
Es war der Sommer von 2015. In diesem Sommer hatte Ava Giovanni kennengelernt, nachdem sie vom sonnigen Los Angeles in das verregnete Florenz im September gereist war. Die triste graue Landschaft hatte genau zu ihrer Stimmung gepasst, zu den Erinnerungen, vor denen sie geflohen war, nachdem ihr Vater sie aus ihrem Leben gerissen hatte. Aus den besten Jahren ihres Lebens.
Ava hatte immer den Geruch vom warmen Sommerregen auf den sonnengewärmten Pflastersteinen der Wege im Garten ihrer Großeltern vermisst. Den leichten Glanz des Mauerwerks ihrer Villa in den florentinischen Bergen. Die Fahrten mit den kleinen Kähnen über den sommerlichen Arno, die ihre Großmutter immer mit einem Augenzwinkern „Flusskreuzfahrten“ genannt hatte.
In diesem Sommer hatte Giovanni ihr dies alles wieder nähergebracht. Trotz all der Sorgen, die ihren ungeplanten Umzug begleitet hatten, hatte er ihr beigebracht, wieder zu lächeln. Ein neues Leben zu beginnen, um die schönen Erinnerungen wiederzubeleben. Zu vergessen, dass es nicht nur darum ging, dass das Leben kein Ponyhof ist. Mit ihm fühlte es sich jedoch wie ein Ponyhof an.
Die ungewöhnliche Situation, wie sie sich kennen gelernt hatten, die Abende am Ufer des Arno, in einer Stadt, die sie nach und nach durch ihn wieder lieben gelernt hatte. Als nur das Kreischen von Möwen und Schwalben das Rauschen des Wasser unterbrach.
All das machte diesen Sommer so unvergesslich für sie. Der Vollmond über Pompeji, den sie im Frühjahr erlebt hatte, war nichts dagegen.
Vor allem nicht gegen das Gefühl, dass sich nach und nach in Avas Magengegend breit gemacht hatte.
                Ava, die ewige Außenseiterin und Einzelgängerin, hatte sich immer mehr geöffnet. Dieses Kribbeln im Bauch, wenn sie sich wie fast jeden Abend mit Leonardo und Paola irgendwo auf eine Pizza oder ein Eis trafen und danach zusammen nach Hause gingen. Oft hatten sie dabei geschwiegen und waren nur glücklich nebeneinander hergelaufen. Dieses Kribbeln kam einer Tüte Brausebonbons gleich, die man viel zu schnell gegessen hatte. Zumindest hatte es ihre beste Freundin Amy immer so beschrieben.
Als sie das erste Mal Kilometer um Kilometer mit Giovanni durch die nur von Sternenlicht erhellte Landschaft der Toskana gestreift war, -Umweg über Umweg genommen hatte, weil er ihr seine Lieblingsplätze zeigen wollte- hatte sie sich wie die Hobbits gefühlt, die das erste Mal den Wald der Elben in Lothlorien erblickten.
                Es war der Sommer, der ihr Leben verändert hatte, der sie von ihrem Schicksal als Eiszapfen befreit hatte. Nach diesem Sommer -oder eher in diesem Sommer- war sie wieder glücklich, ja sogar froh, durch all die unglücklichen Umstände wieder in das Haus ihrer Teenagerjahre zurückgekehrt zu sein. Giovanni war in jeder Hinsicht ihr Drachentöter geworden. Der Mann, der sich sogar ihrer herrischen Cousine in den Weg gestellt hatte, um sie vor Schlimmerem als ein paar Schlägen zu bewahren.
Dann war da noch der beste Freund ihres Drachentöters. Leonardo benahm sich zwar manchmal wie ein Warzenschwein und war -vor allem, wenn er zu viel getrunken hatte- ebenso feinfühlig, wenn es um die Gefühle von ihr und Giovanni ging. Eine Tratschtasche vom feinsten.
Irgendwie war sie ihm aber doch dankbar, denn genau das hatte auch irgendwie dazu beigetragen, dass sie durchgehalten hatte. Dass sie doch immer noch etwas geblieben war und sich mehr und mehr integriert hatte. Dass sie die Dieter Bohlen Mentalität ihrer Cousine wirklich vergessen konnte und wieder die unbeschwerte Lebensweise der Italiener schätzen und lieben lernte.
Zu oft hatte sie in diesem Sommer vor Lachen Bauchschmerzen bekommen, wenn Leonardo und Giovanni sich mal wieder eine hitzige Diskussion über ein völlig nichtiges Thema lieferten.
                Ja, das war der Sommer, den sie nie vergessen würde. Der Sommer, der sie an den Ort gebracht hatte, an den sie gehörte.


Dienstag, 10. Mai 2016

Das Ende einer Ära

Viele werden sich bestimmt Fragen, was ich mit dem Titel dieses Eintrags meine.
Ära? Wer ist denn diesmal gestorben?
Niemand ist gestorben, aber nachdem ich diesen Eintrag doch noch etwas habe ruhen lassen und heute das Ende einer anderen Ära erlebt habe, setze ich hier nun fort.

Conventions? So was gibt es doch nur in Amerika?
Wer so denkt, hat falsch gedacht. In diesem Jahr findet zum 25. Mal die fedcon -science fiction- in Deutschland statt. Und das ist nur eine der großen Cons.
Auf diesen Veranstalter bin ich jedoch nicht durch meine Liebe zu gutaussehenden Soldaten, die durch Wurmlöcher reisen und Aliens bekämpfen gestoßen, sondern durch meine Leidenschaft für Tolkien.
Um genau zu sein war es die HobbitCon 2013. Ein Osterwochenende voller verrückter Ereignisse. Am zweiten Tag hat es auf dem Weg zur Veranstaltung zum Beispiel geschneit. Dazu kamen die Fotos mit den Stars (man war ich fertig nach dem Foto mit Dean O'Gorman), Autogramme, Vorträge und was es sonst noch so alles gab.
Ein unvergessliches Wochenende und unter anderem auch der Beginn einer Freundschaft.
Im Oktober folgte die RingCon, quasi die Mutter der HobbitCon, und ein Foto mit David Wenham. Nettes Kerlchen. Den würde ich jeder Zeit wieder sehen wollen.

Nur wenig später konnte man dann schon die Tickets für die zweite HobbitCon -mit der man eigentlich nicht gerechnet hatte- ergattern. Was wir natürlich auch gemacht haben. Und wie wir uns gefreut haben, Wochenendticket 6 und 7 bekommen zu haben.
Aber.....zu früh gefreut. Trotzdem 4 Stunden für Autogramme angestanden und nur eine Reihe weiter vorn als im Jahr zuvor mit Ticket 411 und 412.
Naja aber immerhin sollte Manu Bennett kommen. Sollte.
Einige Conbesucher haben rausgefunden, dass der Herr an dem Wochenende auf drei Cons zugesagt hatte. Und wer ist leer ausgegangen? Riiischtiiiisch! Die HobbitCon.
Trotzdem war es aber ne schöne Con. Stuntworkshop mit Vorführung bei der Closing und meine Frage an die Schauspieler -das werde ich NIE WIEDER tun- mit einbegriffen.
Als Entschädigung für seine Absage kam Manu dann zur RingCon 2014. Und er kam wirklich. Und er war toll. Einfach toll. Ich war so perplex, dass er einen sofort in die Arme schloss beim Foto.....ja das sieht man mir an.
Ein besonderer Moment war auch der Haka, den er in seinem Panel einstudierte. Und auch seine Worte dazu bzw. Sein Glauben an die Bedeutung: es ist egal, ob du die Bewegungen mitmachen kannst. Wichtig ist, dass du dabei bist. Ein Teil des Ganzen. Im Geiste mit allen anderen.
Ja, das ist schon eine echt tolle Philosophie, und ich finde, er ist ein wirklich sehr inspirierender Mensch!
Auch waren da ein paar Leute aus dem Cast von Northmen da. Hach ja, der Percy aus Merlin....

Aller guten DInge sind drei, und somit folgte 2015 die dritte HobbitCon. Diesmal mit Silberticket, Gruppenfoto und Luke Evans!
Auch das war wieder eine tolle Con, mit so viele Ereignissen....an alles erinnere ich mich gar nicht mehr!
Dass Luke verdammt toll singen kann weiß ich noch, ebenso, dass die Comedyhour wieder mega war -wenn auch leider eben nicht toss the dwarf. Und der Auftritt des Chors am Ende! Seitdem ist Into the West in meiner Playlist!

Aber dann kam ja noch die letzte Ringcon. Ich weiß nicht genau, wie viele es insgesamt waren, ich glaube aber um die 15. Jedenfalls war es meine dritte und mit die beste!
Liam Mcintyre war der Hammer und das gehört definitiv zu den beiden tollsten Bildern, die ich auf einer Con gemacht habe! Ein echt tolles Kerlchen und ich hoffe wirklich, ihn und Manu mal zusammen auf einer Con zu treffen!
Als letzte RingCon war es wirklich toll, doch leider war das richtige Ende dieser Ära wirklich nicht gut. Die vierte und letzte HobbitCon war im Vergleich zu den vorherigen Cons wirklich....schlecht.
Es ging drunter und drüber, das Programm war auch nicht wirklich gut, das Workshopangebot mau....
Nur Ryan Gage und Billy Boyd fand ich toll. Vor allem, wie er bei der Closing The Last Goodbye gesungen hat....

Zwar wird das Ganze wohl zusammengelegt und umbenannt, aber ich bleibe skeptisch. Ich werde mir auch erst ein Ticket kaufen, wenn tatsächlich interessante Leute kommen.

Ich habe die Cons geliebt und werde sie nie vergessen. Bauchschmerzen vom Lachen, die Fotos, Autogramme, die Frage, ob meine Schwester und ich miteinander verwandt seien....
Ich durfte zwar nur einen kleinen Teil dieser Ära miterleben, aber diese drei Jahre haben mein Leben tatsächlich verändert. Ich habe gelernt, in einigen Situationen selstbewusster zu sein. Nicht nachzudenken, sondern es einfach zu machen. Ich durfte viele tolle Menschen kennenlernen, und war endlich mal nicht die Außenseiterin.

Trotzdem wird die Fedcon dieses Wochenende meine letzten Con sein. Zumindest vorerst. Es ist nicht mehr das gleiche, es war vor allem zum Schluss deutlich zu spüren, dass teilweise nur noch auf Profit gehandelt wurde.

Ich liebe Cons und werde Cons auch immer lieben, aber mal sehen, was da noch draus wird.